Meine Hütte

Meine Hütte ist aus einer Not aus Vermieter und Beziehungsstress entstanden.

Wären alle Vermieter immer nett zu mir gewesen, so würde ich heute wahrscheinlich noch in schöner Harmonie

mit irgendeinem Mädel in einer Mietwohnung wohnen. Aber dem ist lange nicht so.

Die Vermieter nervten mich mit allen möglichen Vorschriften was ich zu tun oder zu lassen hatte, die Mädels damals (hauptsächlich Eine) kamen nicht um ihre Selbstverwirklichungsphase herum dachten das sie was verpaßt hätten und gingen ihren eigenen Wege.

Aus dieser Situation heraus sah ich mich gezwungen, um nicht weiter dahinzuvegitieren, endlich für geordnete Verhältnisse zu sorgen.

Es mußte was Eigenes her. Da ich knapp bei Kasse war kam ein Neubaufür mich nicht in Frage. Meine Vorstellung ging in Richtung Eigentumswohnung, meine Träume in Richtung Haus. Durch glückliche Umstände kam ich an einem alten Kotten, Baujahr ca. 1840.

Klar, dass meine Vorstellungen über " modernes Wohnen " anders waren, als dieses Haus mir boten. Also begann eine geldabhängige Renovierung die über 16 Jahre ging, ca. 200 000 DM + Kaufpreis + 3 Bandscheiben verschlang. Na ja, ganz weg sind sie nicht, sie sehen heute nur anders aus.

Aber, es hat sich gelohnt, wenn man von den Bandscheiben einmal absieht.

Als ich 1986 das Haus kaufte lief alles mal wieder nicht so wie man es sich vorstellt. Alle Steine die man irgendwo fand legte man mir auch in mühevoller Kleinarbeit in den Weg. Es fing damit an, dass ich nicht sofort einziehen konnte da noch Mieter mit einem Festmietvertrag, der noch bis 07/89 lief, darin wohnten.

Gut, dass wußte ich von Anfang an, deshalb sind vor mir auch andere Interessenten abgesprungen. Ich mußte mir also für ca. 2 Jahre eine neue Wohnung suchen und dem Auszug dieser Mieter entgegenfiebern. Alles gut und schön, aber als die ersten 2,5 Jahre rum waren, teilten mir diese Leute mit, dass sie sich vergeblich um eine Wohnung bemüht hatten, aber keine gefunden hatten und aus diesem Grunde auch nicht ausziehen könnten. Ich dachte damals vor mir läuft ein Albtraum ab, aber es war Wirklichkeit. Mit Hilfe eines Anwaltes und einer angedrohten Räumungsklage, verließen diese Leute damals einen Monat später, gruß und ziellos das Haus.

Ich weiss bis heute nicht wo sie geblieben sind, was ich aber weiss, ist die Tatsache das sie mir bis heute noch Geld schulden. Sie haben nämlich nur das mitgenommen was sie noch gebrauchen konnten, den Rest ließen sie liegen. Der Rest bestand aus 9 qm Müll. Aber egal, hauptsache sie waren weg und ich konnte rein.

Nun begann eine provisorische Renovierung da ich die Übergangswohnung auch nur für 2,5 Jahre gemietet hatte und die Kündigung selbst auf meinem Tisch hatte. Kaum war ich eingezogen, rannte mein neuer Nachbar zigmal mit mir die Grundstücksgrenzen ab, ( da es keinen Zaun gab ) Er erklärte mir genau wo ich noch hin darf und wo nicht.

Das nervte mich damals derart, dass ich erst Ruhe hatte, als ich alles eingezäunt hatte. Als ich drinnen dann alles so einigermaßen bewohnbar gemacht hatte, widmete ich mich 1,5 Jahre später dem Außenbereich. Da ich einen vorhandenen Anbau auf der Grenze zum Nachbarn für mich nutzbar machen wollte war ich gezwungen mich mit meinem Nachbarn zu einigen.

Die Einigung kam auch mit der Bedingung zusammen, mein vorhandenes Wegerecht im Grundbuch streichen zu lassen, wobei er sich dann auch großzügig zeigte und mir nicht nur den Anbau auf der Grundstücksgrenze genehmigte sondern auch noch eine Gartenlaube direkt an seiner Grenze. Naja, die Welt schien OK zu sein und ich konnte loslegen. Da ich keine Erfahrung mit Anbauten hatte ging ich wieder zu meinem Nachbarn und fragte nach, wie er es denn mit Baugenehmigungen gehalten hätte. Prompt kam die Antwort: "Hier baut keiner mit Genehmigung, wofür auch, merkt eh keiner". Also verzichtete ich auch auf so einen Verwaltungsakt und baute munter darauf los.

Alles hat gut geklappt und als die Terrasse mit dem Anbau fertig war, ging ich zur Laube über. Mein Nachbar war zur Bauzeit der Laube im Urlaub. Wir besprachen aber vorher wie ich die Laube bauen konnte. Als sie dann irgendwann stand kam mein Nachbar aus dem Urlaub zurück. Er sah mein Bauwerk und rastete vollkommen aus.

Er hatte sich das alles anders vorgestellt und ich sollte das Dach, was Ihm zu hoch erschien, wieder abreißen und kleiner bauen. Dies sah ich nicht ein, da ich ja alles so gemacht hatte wie besprochen. Grundfläche 3*4 Meter 2,3 Meter Innenhöhe + 45 Grad Dach drauf, dass ergibt nun mal 4,5 Meter Gesamthöhe. Wenn er sich das nicht im theoretischen vorstellen konnte, war es nicht mein Problem. Nun ging es richtig los. Laut schreiend rannte er ins Haus und bemerkte noch kurz, dass er mich beim Bauaufsichtsamt anschwärzen wollte und die Terrasse mit Anbau sei ja auch schwarz gebaut, die müsste ich dann gleich mit abreißen.

Nun war das Faß zum überlaufen gebracht. 2 Tage später ging ich zum Bauamt und besprach die Sache dort mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Ich erfuhr das mein Nachbar schon da war und holte mir meine Ohrwatscheln ab. Danach reichte die Bauanträge ein. Damit legalisierte ich meine Bauwerke. Da ich auch zwangsläufig Kontakt zum Katasteramt bekam, stellte ich fest, dass seine Bauwerke auch nie genehmigt wurden, zwar waren sie teilweise eingetragen, was aber damit zusammenhing, das man nach dem Krieg einfach eintrug was übrig geblieben war.

Jahrelang sprachen wir kein Wort miteinander und gifteten uns nur an, so gut es ging. Aber irgendwann als die gemeinsame Häuserfront verschiefert werden sollte, vertrugen wir uns wieder.

Danach begann eine ziemlich harmonische Nachbarschaft und das war auch gut .

Leider ist mein Nachbar 2002 und seine Frau 2013 verstorben.

Übrigens, unter meiner Terassendecke befindet sich mein Hobbyraum. Bei der Abdichtung der Decke habe ich damals so ziemlich alles verkehrt gemacht, was man falsch machen kann. Heute bin ich schlauer und habe eine nachträglich dauerhafte Abdichtungsmöglichkeit für Terrassendecken mit darunterliegenden Räumen gefunden, welche für die Ewigkeit dicht hält.

Eine professionelle Firma nimmt für eine Terrassenabdichtung bei einer Größe von 4*6 Metern ca. 30000,- DM . Ich habe für meine Variante ca. 5000 DM bezahlt.

Für diese 30 000 DM bekommt man allerdings auch 5 Jahre Garantie. Super, meine 1. Variante die nicht funktionierte hielt immerhin 9 Jahre dicht und wurde damals von Firmen genauso gemacht..

Diese Profivariante hielt von 1990 bis 1999

Meine neue Variante hält seit 1999 bis heute 05/2018