Ein kleiner Erfahrungsbericht zum Thema Elektrik und seine Tücken. Viele hat es schon ziemlich kalt erwischt. Da setzt man sich ins Auto, muss zur Arbeit, will starten und entweder der Anlasser klackt nur, oder er dreht müde und der Wagen springt nicht an.

Eigentlich betrifft dieses Problem nicht nur Porsche, sondern kann bei jedem Auto passieren was die 10 Jahre überschritten hat. Besonders die Fahrzeuge die nicht in einer Garage stehen, sondern draußen. Der Zahn der Zeit nagt auch besonders gern an allen elektrischen Verbindungen. Es entstehen Übergangswiderstände an den Massepunkten und da wo Batteriespannung anstehen soll hat man bei genauem hin schauen nur noch 10-11 Volt oder weniger, obwohl die Batterie noch 12,5 Volt anzeigt.

Nun ist es so das KFz`s auf 12 Volt ausgelegt sind und jedes Volt was fehlt immense Probleme verursachen kann. Am meisten merkt man das an großen Verbrauchern wie Anlasser, Licht, heizbare Heckscheibe und natürlich dem Zündsystem.

Gehe ich mit so einem Problem in die Werkstatt kann man vielfach beobachten wie sich alle Spezialisten verdünnisieren, den auf so was hat keiner Bock. Das ist dann meist auch ein Problem was bei neueren Autos Diagnosegeräte nicht anzeigen.

Aus diesem Grund ist dringend anzuraten bei ersten Anzeichen dieser Art zunächst alle erreichbaren Massepunkte zu reinigen. Da können schnell mal 10-15 zusammenkommen. An anderer Stelle hier bei den Tipps habe ich schon einmal eine Kontaktkur beschrieben!

Um es kurz zu machen…… Kontakte öffnen, mit Minidrill oder feinem Schleifpapier reinigen, alles mit Vaseline einschmieren und wieder zusammenbauen. Auf festen Sitz der Kontakte achten, notfalls etwas nachbiegen, oder Kabelschuhe erneuern. Kann ich den Punkt nicht, oder nur mit großem Aufwand erreichen, sollte zumindest einmal mit Kontaktspray (Kontakt 60 von Kontakt Chemie) behandelt werden. In Kontaktspray ist aber Salzsäure enthalten. Damit die Lösung den Kontakt nicht anfrisst nach 30 Minuten mit Bremsenreiniger wieder besprühen und dann mit Vaselinespray versiegeln. Zerlegen und reinigen ist aber effektiver.

Nun aber zu meinem eingangs erwähnten Problem mit dem Anlassen des Motors. Habe ich so ein Problem kann man schnell prüfen ob ein Masseproblem im Bereich Motor – Anlasser vorliegt. Man bemächtigt sich eines Starthilfekabels. Von den beiden Leitungen brauche ich nur ein Kabel. Dieses Kabel klemme ich direkt auf den Minuspol der Batterie und die andere Seite direkt an einen Massepunkt auf den Motor. Springt er dann an, so liegt ganz klar ein Masseproblem vor. Man kann sich nun ans putzen machen, oder alternativ direkt von der Masse der Batterie eine neue Masse zum Motor legen. Dieser Test dauert keine 10 Sekunden und hat schon viele erleuchtet.

Jetzt noch ein bisschen zur Batterie bzw. zum Spannungsverhalten:

Ausgehend von einer intakten Batterie können sich folgende Zustände einstellen:


unter 12,1 Volt leer bis kritisch und sollte nachgeladen oder erneuert werden.

Belastungsprüfung:

Spezielle Messgeräte können die Batterie mit ca. 200 A belasten. Nach 15 Sekunden muss die Spannung noch über 10V liegen. Ab 9,8 V sollte man sich Gedanken machen und es einmal mit Nachladen probieren. unter 9,5-9,6 Volt sollte man über einen Austausch nachdenken.

Die Zustände kann man auch an Hand der Batteriesäure nachprüfen, aber heute sind die meisten Batterien wartungsfrei und zu, deshalb möchte ich hier nicht näher drauf eingehen.

Ferner gelten die obigen Werte bei 20 Grad 2 Stunden nach dem letzten Ladevorgang. Ändert sich die Temperatur dann ändern sich auch die Werte, wobei zu bemerken ist das die Werte nach unten gehen je kälter es wird.

Dann noch was zur Ladespannung:

Die Limas der Autos aus den 70 – 90 ern liefern ca. 13,8-14 Volt Ladespannung. Auf diese Ladespannung waren auch die damals erhältlichen Batterien ausgelegt. Heutige Batterien sind auf 14,5 – 14,8 Volt Ladespannung ausgelegt. Da unsere Limas da nicht hin kommen, bekomme ich eine modern Batterie auch nie richtig voll. Die Lösung für mich hieß dann einfach eine größere zu nehmen. In meinem 944 ist eine 74 AH Batterie drin. 1984 gab es Batterien nur mit max 66 AH für den 944. Wichtig bei der Auswahl der Batterie ist in erster Linie die Größe. Denn reinpassen muss sie schon. In einem 944 passt max 278 x 175 x 175 mm ( L*B*H)  rein, bei Kapazitäten zwischen 72 und 75 AH. Preislich liegen die bei 50-130€.
Um die Lebensdauer von Batterien zu verlängern werden Batterien im KFZ übrigens nie zu 100% geladen. Eine 70 AH Batterie stellt also niemals volle 70 AH zur Verfügung. Nicht einmal unter optimalen Bedingungen. Schon allein aus diesem Grund können ein paar mehr AH nicht schaden.

Eine fast leere Batterie lade ich übrigens nicht durch 2-3 Stunden Autofahrt wieder voll. das dauert schon länger. In 2-3 Stunden bekomme ich sie höchstens zu 40-50% wieder geladen. Aber wer will schon 400-500 KM fahren nur um seine Batterie zu laden? Darum sind Batterieladegeräte die über 24 Stunden angeschlossen werden viel sinnvoller. Auch hier mein Tipp das Ladegerät von CTek 5.0 - überall Testsieger kostet ca. 60€. Stehen übrigens Autos mal länger sollte man so ein Gerät alle 4 Wochen mal für einen Tag dran hängen, denn Batterien sterben am liebsten durch ewige schwache Ladung. Meine Motorradbatterie hielt durch permanente Ladung 17 Jahre. Im Auto ist meist nach 4-10 Jahren Schluss. Je nach Batterietechnologie. Vlies oder Geelbatterien halten länger als Blei/Säure Batterien. Die ersten beiden Typen sind allerdings vielfach auch doppelt so teuer wie Blei/Säure.

Was ich noch feststellen musste, Original erstverbaute Batterien halten deutlich länger als nachgekaufte. Ihr glaubt mir nicht? stellt mal eine erstverbaute Batterie auf die Wage und dann eine Nachgekaufte. Die Erstverbauten sind schwerer als die Nachgekauften weil mehr Blei drin ist :-) Seltsam oder?

Ein Tipp zu einer günstigen Batterie die auch rein passt und eine 3 mal längere Lebensdauer wie herkömmliche Blei/Säure Batterien haben soll, ist die Batterie von Accurat

Batterie Accurat Impulse I70 Autobatterie 70Ah EFB Start-Stop 76€ Stand 12.02.21

Ein guter Bericht über Batterien:

Bericht

Dann noch was zur Spannungsüberwachung im Auto.

Die Voltmeter im 944 sind ja eine nette Erfindung, nach 30 Jahren aber nur noch als Trendanzeige zu gebrauchen. Bis die Spannung der Batterie am Voltmeter ankommt liegen noch etliche Kontaktstellen dazwischen wo immer mal das eine oder andere Völtchen verloren gehen kann. Aus diesem Grund ist eine Spannungsbestimmung auch nur direkt auf den Batteriepolen möglich. Im Internet werden Bluetoothadapter angeboten die direkt auf den Polen der Batterie montiert werden und mir per BT den Spannungswert direkt auf mein Handy bringt. Und das auf 1/100 Volt genau.
Einfach einmal nach Battery Guard Bluetooth googeln.